Scheinhelig

Und wie verhält es sich eigentlich mit dem Blutspenden?

Wer die Frage nicht auf Anhieb versteht, dem sei erklärt, dass am Mittwoch und Donnerstag der Bundestag Anträge von FDP und Grünen ablehnte, auch Homosexuelle Blut spenden zu lassen. Davon sind diese bisher ausgeschlossen; sie gelten offenbar immer noch als eine Gruppe, die rumhurt und HIV verbreitet. Falls dem Orbán demnächst ein Gesetz zu so was einfällt, kann er sich auf eines schon mal einstellen: Regenbogen-Demos in Deutschland.……(SZ)

Sauguad

Ludwig Hummels, 3, Fußballersohn, hat sich über das Eigentor seines Vaters beim EM-Auftaktspiel gegen Frankreich gefreut. „Er weiß zum Glück noch nicht, was ein Eigentor ist. Er denkt: Ball im Netz ist immer richtig. Mir wurde zugetragen, dass er gejubelt hat. Das werde ich ihm wohl noch beibringen müssen“, sagte Nationalspieler Mats Hummels.

Klima

Armin Laschet bangt um den Urlaub für Familien, 70 Euro mehr für einen Mallorca-Flug könnten diesen Traum beenden, sagt der CDU-Kanzlerkandidat. Es ist die typische Art, wie man Klimaschutz verschleppt und verhindert: Man greift sich Einzelmaßnahmen heraus und macht den Leuten Angst. Die nationalkonservative SVP in der Schweiz wärmte den Slogan „Autofahren nur noch für Reiche?“ auf, es ging um elf Cent mehr pro Liter Benzin. Absurd. Doch die Schweizer stimmten am Sonntag mehrheitlich gegen ein Gesetz zu Maßnahmen, den CO₂-Ausstoß zu verringern.

Das Bundesumweltministerium erklärt nun in einer Klimawirkungs- und Risikoanalyse, was auf Deutschland zukommt, wird die Erderwärmung nicht gestoppt. Hitzewellen und Wasserknappheit hier, Starkregen und Überschwemmungen dort. Die Temperatur könnte bis 2100 um 5,5 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit steigen. Das wäre katastrophal. Und würde sich nicht nur auf die Gesundheit von Mensch und Natur auswirken, sondern auch das wirtschaftliche Leben, wie man es heute kennt, beenden.

Es wäre gut, Laschet & Co. würden diese Gefahr höher bewerten als einen verpassten Mallorca-Urlaub. Und wenn sie dem ärmeren Teil der Gesellschaft tatsächlich helfen wollen, dann gibt es dafür in der Steuer- und Sozialpolitik ausreichend Möglichkeiten. (SZ 15.06.)

Rangelei

Starnberg – Ein Münchner Rentner hat am Freitag versucht, sich mit Hilfe seines Gehstocks den Weg auf ein Fahrgastschiff am Starnberger Dampfersteg zu bahnen. Laut Polizei wollte sich der 82-Jährige um 14.35 Uhr an zwei Fahrgästen vorbei an Bord drängeln. Ein Angestellter, der die Szene beobachtete, habe sich zwischen die Beteiligten gestellt und den Rentner des Schiffes verwiesen. Was laut Polizei eine weitere Rangelei zur Folge hatte, „in deren Verlauf der Bootsmann auch noch Bekanntschaft mit dem Holzgehstock machen musste“. Der Angestellte habe den renitenten Mann schließlich gepackt und von Bord geschoben. Der alarmierten Wasserschutzpolizei soll der Rentner gesagt haben, dass er selbst nicht verletzt, aber sein Holzstock „verbogen“ sei. Zu dem Zeitpunkt war das Schiff schon abgefahren, weshalb die anderen Beteiligten nicht angehört werden konnten. Gegen den Münchner erging Anzeige wegen Körperverletzung, so die Polizei. (SZ)