Ribery und das Goldsteak

Man sollte die wichtigen Sachen im Blick behalten


Franck Ribéry hat nichts anderes getan, als eine von vielen Möglichkeiten zu wählen, zu viel Geld für fast nichts auszugeben. Sein Gag mit dem Blattgold schadet Niemandem. Der Wirt des Etablissements wird sich freuen, und vielleicht sichern ja solche und ähnliche Ausgaben auch noch diverse Arbeitsplätze. Ohnehin kommt es immer wieder mal vor, dass Angehörige besonders zahlungskräftiger Bevölkerungsgruppen in Luxusrestaurants den Eindruck erwecken, der Laden gehöre ihnen – sie würden das Ganze schließlich finanzieren. Da ist der Fall Ribéry viel Wind um nichts.

Vor allem ist nicht Ribéry pervers, sondern die Tatsache, dass für Billig-Angebote in Supermärkten Tiere getötet und zu einem Preis verhökert werden, der eine Missachtung von Leben und eines zivilisierten Zusammenhanges von Wertschätzung für Tiere und ihrem Preis ist. In einem aktuellen Angebot von heute bietet EDEKA 100 g Keulenfleisch für 19 Cent an. Um sich dem „Nichts“ an Preis noch weiter anzunähern, nimmt man auch nicht den Kilo-Preis, sondern den für 100 Gramm, weil er noch billiger klingt. Darüber regen wir uns sporadisch auf, obwohl es ein Dauerzustand ist, der trotz massiver Kritik zu keinerlei Veränderung führt.

Der Konsument akzeptiert eben diese Perversion, weil er dabei ein paar Cent spart. Allein das reicht offensichtlich schon, um diese Form des besinnungslosen Konsums zu praktizieren. Und da regt man sich über Ribéry auf? Vielleicht sind es sogar die gleichen Leute, die den Fußballer für einen durchgeknallten Promi halten, dem jedes Maß verloren gegangen ist. Im Gegensatz zu ihm schaden allerdings die Anhänger des besinnungslosen Konsums nicht nur den Tieren, sondern auch dem, was eine gesellschaftlich zusammenhängend-sinnvolle Ernährung sein sollte, ganz erheblich.

Man sollte da eben die Kirche im Dorf lassen. Nicht Ribéry ist pervers, sondern die 19 Cent sind es. (Jürgen Dollase)

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