Fussball

………Neben den großen Fragen und gesellschaftlichen Auswirkungen, die ein baldiges Bundesliga-Comeback mit sich bringen würde, gibt es auch die Herausforderungen im Detail. Zwar wird kaum ein Fußballer buchstäblich die Seuche am Fuß haben, doch Spucken ist im Gewerbe verbreitet, die Infektionsgefahr ist so erhöht wie beim Trikottausch. Auch bei jedem Zweikampf steigt der Aerosol-Austausch, im Eifer des Gefechts geht das nicht anders. Und was ist mit der Tröpfchenbildung bei Rudelbildung oder Torjubel? Beides ist aus epidemiologischer Sicht höchst bedenklich und müsste mit Rot und sofortigem Rachenabstrich geahndet werden. Bieten sich zwei Kontrahenten im Streit die Stirn, kann das immerhin als Geste zur gegenseitigen Temperaturermittlung gedeutet werden. Die Mauer beim Freistoß wäre hingegen verboten, stattdessen vielleicht eine Mauer mit Lücken? Das würde endlich mehr Kunst- statt Gewaltschützen an den Freistoßpunkt bringen.

Positive Aspekte dürfen jedoch nicht verschwiegen werden: Laufwege der Spieler werden seit Jahren ermittelt, Heatmaps zeigen ihren Aufenthalt an. Das kann Vorbild für Kontakt-Tracing mittels Corona-App werden. Auch der Einfluss von Hitze und UV-Licht ist nicht zu unterschätzen; Viren mögen beides nicht. Der Fußball konnte noch nie so gut ein Sommermärchen gebrauchen wie in dieser Saison.

(SZ 25.04.)

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